Die Geschichte des Marie-Luise-Schattenmann-Hauses - 
Begleitung und Schutz für junge Frauen seit 1882

Der Verein für Internationale Jugendarbeit Ortsverein München e.V. stellt sich seit über 100 Jahren die Aufgabe, Mädchen und jungen Frauen sichere Begleitung und Schutz in der Fremde zu gewähren.

"Freundinnen" seit über 100 Jahren
Die "Freundinnen junger Mädchen", so nannte sich der Verein bei seiner Gründung im Jahre 1882, verfolgten tatkräftig und praktisch die Idee, junge Frauen in der Fremde vor Ausbeutung, Übergriffen und Notlagen zu schützen. Sie gründeten die Bahnhofsmission, einen Abhol- und Begleitservice, richteten Treffpunkte ein und boten preisgünstigen, sicheren Wohnraum für Frauen. Später folgte noch eine Stellenvermittlung für Frauen. 
Die "Freundinnen" waren international und national sehr gut vernetzt, so dass Frauen überall einen sicheren Ort finden sollten.

Heimat, Treffpunkt und Stellenvermittlung für Frauen
In München entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts zusätzlich zur Bahnhofsmission eine "Heimat" für Frauen und ein Treffpunkt.
Zunächst verfügte der Verein über ein kleines Gartenhaus mit 13 Plätzen in der Rottmannstraße. 1913 erwarb der Verein ein Haus mit 30 Betten in der Landwehrstrasse 81. Im Erdgeschoss war ein "Klublokal" eingerichtet. Die Stellenvermittlung vom und ins Ausland war ebenfalls im Haus untergebracht.

Nach 1945: Bau des Marie-Luise-Schattenmann-Hauses
Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte eine große Wohnungsnot in München. Das Haus in der Landwehrstraße war zu klein geworden, daher errichtete der Verein 1954 das Marie-Luise-Schattenmann-Haus als Wohnheim für junge Frauen in Ausbildung. Ein Internationaler Club im Haus setzte den Gedanken eines Treffpunktes für junge Leute in der Fremde fort, die Au-Pair-Beratung und -Vermittlung, ebenfalls im Haus untergebracht, ging aus der früheren Stellenvermittlung hervor.

Die 60er und 70er Jahre
1964 benannte sich der "Freundinnen-Verein" in Verein für Internationale Jugendarbeit um. Aus dem Jugendwohnheim entwickelte sich seit den 70er Jahren eine differenzierte Jugendhilfeeinrichtung.
Nach dem frühen, überraschenden Tod von Marie-Luise Schattenmann, der ersten Vorsitzenden und maßgeblichen Mitstreiterin für das neue Wohnheim des Vereins, wurde das Jugendwohnheim nach ihr benannt. 

Heute: Fortführen der Tradition
In Bayern besteht neben dem Münchner Ortsverein noch der Ortsverein Nürnberg. Beide Vereine arbeiten im Landesverein Bayern zusammen.
Der vij-Landesverein Bayern ist gemeinsam mit IN VIA Gesellschafter der gGmbH "STOP dem Frauenhandel". Dieser ist Träger der Fachberatungsstellen gegen Frauenhandel JADWIGA.
Der Begleitungs- und Schutzgedanke des Vereins ist nach wie vor aktuell. Der vij-Ortsverein München und das Marie-Luise-Schattenmann-Haus setzen die Thematik der schützenden Begleitung in dieser Tradition modern wie professionell um.